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Tel.: 0660 47 87 442

EINE WICHTIGE INFORMATION!
Bei mir war ein 8-jähriges Kind in logopädischer Therapie. Beim Erstkontakt fragte ich sofort nach einer submukösen Gaumenspalte, denn der Stimmklang und die undeutliche Aussprache ließen dieses vermuten. Die Mutter hatte alle Untersuchungen, die in diese Richtung gingen, dafür bereits vor Jahren durchführen lassen und teilte mir mit, dass keine submuköse GS bestünde. 

Das Kind bemühte sich während der Therapiesitzungen enorm, die Aussprache wurde mit Anstrengung deutlicher, aber bei Müdigkeit war es weiterhin nicht gut zu verstehen! Auf Grund einer anderen Methodenwahl, wollte ich die Faszien im Mundraum entspannen. Währenddessen nahm das Kind jedoch meinen Finger und drückte diesen selbst sehr fest an ganz bestimmten Stellen in seinem Mund. Ich hätte mich nie getraut mit dieser Kraft zu drücken! Wir wissen aber, dass das Kind die Fachfrau (m./w.) für sich selbst ist! Im Anschluss an diese Behandlung sagte mir das Kind, dass es hinten im Gaumen nichts hat. Also nochmals den Gummihandschuh übergestreift und wieder hinein in den Mund, jetzt saß das Kind.  Wie bin ich erschrocken! Sehr deutlich war die Anormalität im Knochenwachstum zu spüren!

Jetzt ging es sehr schnell! Die Mutter suchte nochmals einen spezialisierten Kiefer- und Gesichtschirurgen auf. Anfang August wurde dieses Kind nun operiert und die logop. Therapie konnte fortgesetzt werden! Da ich annehme, dass noch immer viele Therapeutinnen, HNO-, Zahn- und Kinderärztinnen (m/w) die korrekte Art der Untersuchung noch nicht kennen, möchte ich sie hier vorstellen: Untersuchung bei Verdacht auf eine verdeckte Gaumenspalte:

1. ist es wichtig zu wissen, dass bei einem MRT, CT, nichts zu sehen ist! Die Muskulatur weist auf Grund der Sedierung keine Spannung auf! Damit kann keine Gaumenspalte diagnostiziert werden …

2. sollte das Kind am Rücken liegen und den Kopf nach hinten strecken, bzw. den Kopf am Ende der Liege hinunter hängen lassen

3.) Den Mund öffnen und „A“ phonieren lassen. Zur Kontrolle Licht/Taschenlampe vom Handy nehmen

4.) Bei Personen ohne Gaumenspalte werden die Muskel wie bei einer Kuppel in die Höhe gezogen. Bei Personen mit einer submukösen Gaumenspalte entsteht eine spitze Form – ähnlich einem Zelt

5.) Es ist leider noch immer nicht allen bekannt, dass LKG vererbbar sind! Dieses Kind hatte ein am Ende gespaltenes Gaumenzäpfchen! UND in der Familie gibt es eine Disposition zu einer LKG …

6.) Hoffentlich greift jede Logopädin (m./w.) jedem Kind in den Mund! Vielleicht zeigt auch Ihnen das Kind, was es braucht! Ein langer unnötiger Leidensweg kann dadurch vermieden werden

Großer Dank gilt der Mutter, die mir diese Untersuchungsmethode beigebracht hat! Und die mir erlaubt diese hier zu publizieren.